Soziale Medien sind heute Bühnen für den Ausdruck und die Verbreitung von Inhalten. Die Grenze zwischen Kritik und Beleidigung ist komplex, insbesondere auf Plattformen wie TikTok. Der Oberste Kassationsgerichtshof bietet mit dem Urteil Nr. 29458 von 2025 Klarheit über die Unterscheidung zwischen Beleidigung und Verleumdung, wenn die Beleidigung über ein Video verbreitet wird.
Die Beleidigung (Art. 594 StGB) verletzte die Ehre in Anwesenheit. Die Verleumdung (Art. 595 StGB) verletzte eine abwesende Person, die mehreren Personen mitgeteilt wurde. Das Gesetzesdekret Nr. 7/2016 hat die Beleidigung entkriminalisiert. Die Verleumdung behält ihre strafrechtliche Relevanz und wird verschärft, wenn sie "mit jedem anderen Mittel der Publizität" begangen wird (Art. 595 Abs. 3 StGB).
Herr B. P.M. S. G. veröffentlichte ein beleidigendes Video auf TikTok. Die geschädigte Person sah es "live aus der Ferne" und der Inhalt blieb verfügbar. Die Frage war: verschärfte Beleidigung (entkriminalisiert) oder Verleumdung, verschärft durch ein Mittel der Publizität?
Der Kassationsgerichtshof hat dies bestätigt. Die Natur von TikTok mit "Kommentaren" gewährleistet dem Opfer keine direkte Beziehung oder einen sofortigen und gleichberechtigten Widerspruch. Dies unterscheidet die Verleumdung von der Beleidigung.
Die Tat der Verleumdung, verschärft durch ein anderes Mittel der Publizität als die Presse, und nicht die entkriminalisierte Tat der Beleidigung, verschärft durch die Anwesenheit mehrerer Personen, wird durch das Verhalten des Täters begangen, der auf dem ihm zurechenbaren "TikTok"-Profil ein Video mit beleidigenden Äußerungen veröffentlicht, das der Empfänger "live aus der Ferne" verfolgt hat und das für längere Zeit auf der digitalen Plattform verblieb, da die Möglichkeit, "Kommentare" einzufügen, dem Opfer keine direkte Beziehung zum Täter oder einen sofortigen Widerspruch in einer Weise gewährleistet, die eine wesentliche "Waffengleichheit" sicherstellt.
Diese Leitsatz ist entscheidend. Das Unterscheidungsmerkmal ist nicht die bloße Wahrnehmung, sondern die Abwesenheit einer sofortigen und gleichberechtigten Interaktion. Die Möglichkeit zu kommentieren ist kein direkter Dialog. Die Beleidigung wird einem unbegrenzten Publikum zugänglich gemacht, ohne dass das Opfer effektiv antworten kann.
Schlüsselpunkte für Verleumdung auf TikTok:
Dieses Urteil hat erhebliche Auswirkungen. Die Meinungsfreiheit online ist nicht unbegrenzt; digitale Plattformen unterliegen den Gesetzen. Der Kassationsgerichtshof stellt soziale Netzwerke den "Mitteln der Publizität" (Art. 595 StGB) gleich. Die Veröffentlichung beleidigender Inhalte auf TikTok oder ähnlichen Plattformen kann eine verschärfte Verleumdung darstellen, mit strafrechtlichen Folgen. Nutzer müssen sich der Konsequenzen bewusst sein und ihre Meinungsfreiheit verantwortungsvoll und respektvoll ausüben.
Das Urteil Nr. 29458 von 2025 des Kassationsgerichtshofs ist von grundlegender Bedeutung. Es bestätigt den Schutz der Ehre und des Rufs online und betont, dass die interaktive, aber nicht gleichberechtigte Natur von Plattformen wie TikTok die Grenze von der entkriminalisierten Beleidigung zur verschärften Verleumdung verschiebt. Informiert und vorsichtig zu sein ist entscheidend. Bei Zweifeln oder zur Wahrung Ihrer Rechte ist die Inanspruchnahme von erfahrenen Fachleuten die klügste Wahl.