Die Sicherheit der Schifffahrt ist ein Thema von grundlegender Bedeutung, das nicht nur technische und strukturelle Aspekte von Schiffen betrifft, sondern vor allem auch das Verhalten und die Verantwortung der Besatzung. In diesem Zusammenhang hat der Oberste Kassationsgerichtshof mit Urteil Nr. 24711 vom Jahr 2025 (eingereicht am 07.07.2025) eine wichtige Auslegung des Delikts der falschen Beurkundung in öffentlichen Urkunden vorgenommen und die Konturen der strafrechtlichen Verantwortung von Besatzungsmitgliedern eines Schiffes geklärt. Die Entscheidung, bei der R. L. als Angeklagter und Dr. Zunica als Berichterstatter fungierten, bietet entscheidende Reflexionspunkte für diejenigen, die im maritimen Sektor tätig sind, und für alle, die sich für Strafrecht und öffentliches Vertrauen interessieren.
Das italienische Strafgesetzbuch sanktioniert Straftaten gegen das öffentliche Vertrauen streng, darunter die "falsche Beurkundung durch einen Amtsträger in öffentlichen Urkunden" (Art. 479 StGB). Aber wer ist konkret ein Amtsträger? Artikel 357 StGB definiert einen Amtsträger als jemanden, der eine gesetzgebende, richterliche oder verwaltungsrechtliche öffentliche Funktion ausübt. Letztere ist ihrerseits durch die Äußerung des Willens der öffentlichen Verwaltung oder durch deren Ausübung mit autoritativen oder bescheinigenden Befugnissen gekennzeichnet.
Das Urteil des Kassationsgerichtshofs Nr. 24711/2025 hatte zu beurteilen, ob die Besatzungsmitglieder eines Schiffes in diese Kategorie fallen könnten. Der Oberste Gerichtshof hat festgestellt, dass diese Qualifikation Personen zuerkannt werden kann, die, obwohl sie nicht formell "Staatsbeamte" sind, dazu berufen sind, Ermittlungs- und Bescheinigungsaufgaben in einer vom Gesetzgeber ausdrücklich geregelten Kontrolltätigkeit wahrzunehmen. Insbesondere hat der Gerichtshof hervorgehoben, dass die Erstellung von Dokumenten im Zusammenhang mit Patrouillendiensten an Bord in einem so sensiblen Bereich wie der Sicherheit der Schifffahrt den Besatzungsmitgliedern die Rolle von Amtsträgern verleiht. Dies liegt daran, dass ihre Bescheinigungen einen Beweiswert und eine bescheinigende Funktion haben, die für die Gewährleistung der Einhaltung der Vorschriften zur maritimen Sicherheit unerlässlich sind.
Der Kern der vom Kassationsgerichtshof geprüften Frage betraf das Verhalten von Besatzungsmitgliedern eines Schiffes, die die Durchführung von Patrouillendiensten falsch bescheinigt hatten. Patrouillendienste an Bord eines Schiffes sind keine bloßen Formalitäten; sie stellen eine entscheidende Maßnahme zur Verhinderung von Bränden, zur Identifizierung von Pannen oder Gefahrensituationen und im Allgemeinen zur Aufrechterhaltung der Sicherheit an Bord dar, wie in spezifischen Vorschriften vorgesehen, darunter Art. 1231 des Seeschifffahrtsgesetzbuches, das Gesetz Nr. 313/1980 und das Dekret des Präsidenten der Republik Nr. 435/1991.
Die Falschheit solcher Bescheinigungen beschränkt sich daher nicht auf eine bloße Verwaltungsunregelmäßigkeit, sondern hat eine schwerwiegende strafrechtliche Bedeutung. Das Urteil Nr. 24711/2025 hob die vorherige Entscheidung des Gerichts von Genua vom 20.06.2024 ohne Zurückverweisung auf und erkannte die Möglichkeit des Delikts der falschen Beurkundung an.
Die Handlung von Besatzungsmitgliedern eines Schiffes, die die Durchführung von Patrouillendiensten falsch bescheinigen, stellt das Delikt der falschen Beurkundung in öffentlichen Urkunden dar, da es sich um die Erstellung falscher öffentlicher Urkunden durch Personen handelt, denen die Qualifikation von Amtsträgern zuzuerkennen ist, da sie Ermittlungs- und Bescheinigungsaufgaben im Rahmen einer vom Gesetzgeber ausdrücklich geregelten Kontrolltätigkeit wahrzunehmen haben, in einem Bereich, wie dem der Sicherheit der Schifffahrt, von besonderer Bedeutung.
Diese Leitsatzentscheidung des Kassationsgerichtshofs ist von äußerster Klarheit. Sie legt einen Grundsatz fest: Die Bescheinigung der ordnungsgemäßen Durchführung eines Patrouillendienstes durch ein Besatzungsmitglied ist eine öffentliche Urkunde. Deren Fälschung stellt daher das Delikt der falschen Beurkundung dar. Der Grund dafür ist zweifach: Einerseits übt die Besatzung Ermittlungs- und Bescheinigungsaufgaben im Rahmen einer strengen gesetzlichen Regelung aus; andererseits sind diese Aufgaben für die Sicherheit der Schifffahrt, ein Rechtsgut von vorrangigem öffentlichem Interesse, von entscheidender Bedeutung. Das Urteil bekräftigt somit, dass die Qualifikation eines Amtsträgers nicht in jedem Fall von einer formellen staatlichen Ernennung abhängt, sondern von der Ausübung von Funktionen, die ihrer Natur und dem Kontext, in dem sie angesiedelt sind, nach öffentlich sind und einen Charakter von Offizialität und öffentlichem Vertrauen haben.
Die Entscheidung des Kassationsgerichtshofs unterstreicht die Bedeutung von Sorgfalt und Wahrhaftigkeit der Bescheinigungen von Personen, die entscheidende Rollen für die Sicherheit innehaben. Die vom Urteil zitierten Vorschriften verdeutlichen einen komplexen und vielschichtigen Rechtsrahmen:
Diese rechtlichen Bezüge zeigen, dass die falsche Bescheinigung kein isolierter Akt ist, sondern in ein System von Normen eingebettet ist, das darauf abzielt, die maximale Sicherheit auf See zu gewährleisten, deren Verletzung, auch durch Fälschung, die Zuverlässigkeit der Verfahren beeinträchtigt und Menschenleben und Güter gefährdet.
Das Urteil Nr. 24711 des Jahres 2025 des Kassationsgerichtshofs stellt eine klare Mahnung für alle Besatzungsmitglieder von Schiffen und allgemeiner für alle dar, die Kontroll- und Bescheinigungsfunktionen in regulierten Bereichen ausüben. Die falsche Bescheinigung von Patrouillendiensten ist kein geringfügiger Verstoß, sondern ein echtes Delikt der falschen Beurkundung in öffentlichen Urkunden mit allen daraus resultierenden strafrechtlichen Konsequenzen. Die Bedeutung der Sicherheit der Schifffahrt erhöht die Verantwortlichkeiten des Einzelnen auf ein Niveau, das seine Bescheinigungen als öffentliche Urkunden qualifiziert, deren Veränderung streng bestraft wird. Es ist daher unerlässlich, mit höchster Transparenz und Integrität zu handeln, in dem Bewusstsein, dass jede Handlung und jede Bescheinigung an Bord direkte Auswirkungen auf das öffentliche Vertrauen und die Sicherheit aller hat.