Die jüngste Anordnung des Obersten Kassationsgerichtshofs, Nr. 15212 vom 30. Mai 2023, bietet bedeutende Einblicke in die Bewertung von Beweismitteln im Zusammenhang mit der Trennung von Ehegatten. Das Gericht befasste sich mit einem Fall, in dem die Verantwortung für die Aufgabe des ehelichen Wohnsitzes bestritten wurde, und hob die Bedeutung der Beweislast im Kontext von Trennungen hervor.
Im vorliegenden Fall gab das Berufungsgericht von Bari der Berufung von B.B. statt und hob die Entscheidung über die Zuweisung der Trennung zu seinen Lasten auf, trotz der offensichtlichen Aufgabe des ehelichen Hauses. Die Beschwerdeführerin A.A. legte gegen die Entscheidung Berufung ein und argumentierte, dass das Gericht die im ersten Rechtszug vorgelegten Beweismittel nicht angemessen berücksichtigt habe.
Das Oberste Kassationsgerichtshof hat entschieden, dass die freiwillige Aufgabe des ehelichen Wohnsitzes an sich ausreicht, um die Trennung zuzuweisen, es sei denn, es wird nachgewiesen, dass diese Aufgabe durch das Verhalten des anderen Ehegatten verursacht wurde.
Gemäß Artikel 151 des Bürgerlichen Gesetzbuches muss der Richter die Umstände, die zur Trennung geführt haben, sorgfältig prüfen. Das Gericht bekräftigte, dass die Beweislast bei demjenigen liegt, der den ehelichen Wohnsitz aufgegeben hat, und dieser nachweisen muss, dass die Aufgabe durch unerträgliches Verhalten des anderen Ehegatten verursacht wurde.
Die Entscheidung des Obersten Kassationsgerichtshofs, dem ersten Grund der Berufung von A.A. stattzugeben und die Sache an das Berufungsgericht von Bari zurückzuverweisen, unterstreicht die Bedeutung einer angemessenen und logischen Begründung bei Entscheidungen über die Zuweisung der Trennung. Das Gericht betonte, dass die Bewertung der Verantwortung dem Tatsachenrichter vorbehalten ist, der sich auf konkrete Beweise und nicht auf subjektive Bewertungen stützen muss. Das Fehlen einer angemessenen Begründung kann zu einer Verletzung des Rechts auf Verteidigung und zu einem Bewertungsfehler im Fall führen.
Diese Anordnung stellt einen wichtigen Schritt zur Klärung der Regeln über die Beweislast bei Trennungen dar. Das Oberste Kassationsgerichtshof hat mit seiner Entscheidung die Notwendigkeit einer eingehenden Analyse der Beweismittel und der Umstände, die zur Zuweisung der Trennung führen, bekräftigt. Es ist unerlässlich, dass die Tatsachenrichter diese Anweisungen befolgen, um eine gerechte und ausgewogene Rechtsprechung in Familienstreitigkeiten zu gewährleisten.