Das jüngste Urteil des Obersten Kassationsgerichtshofs (Corte di Cassazione), Nr. 3372 vom 6. Februar 2024, liefert wichtige Erkenntnisse zum gemeinsamen Sorgerecht für Minderjährige, einem Thema von grundlegender Bedeutung im Familienrecht. In dieser Anordnung äußerte sich das Gericht zur Notwendigkeit, die Wünsche des Minderjährigen zu berücksichtigen, und bekräftigte den Grundsatz, dass sein Interesse im Mittelpunkt gerichtlicher Entscheidungen stehen muss.
Der vorliegende Fall betraf die Berufung von A.A. gegen den Beschluss des Berufungsgerichts von Neapel, der die Sorgerechtsbedingungen für den Minderjährigen C.C. geändert hatte. Die Eltern, A.A. und B.B., hatten zunächst ein gemeinsames Sorgerecht mit wechselndem Wohnsitz erhalten, doch der Vater beantragte später eine Änderung, die zu einer für seinen Wohnsitz günstigen Entscheidung führte. Das Berufungsgericht beauftragte die sozialen Dienste mit der Vermittlung geschützter Treffen zwischen der Mutter und dem Minderjährigen, wobei die Bedeutung der Aufrechterhaltung der mütterlichen Bindung hervorgehoben wurde.
Das Gericht betonte, dass die Bewertung der Aussagen des Minderjährigen und die Feststellung seines besten Interesses dem Tatsachenrichter obliegen, der die vom Minderjährigen geäußerten Wünsche berücksichtigen muss.
Der Kassationsgerichtshof bekräftigte, dass der Richter gemäß Artikel 315-bis Absatz 3 des Bürgerlichen Gesetzbuches (Codice Civile) nicht nur den Minderjährigen anhören, sondern auch seinen Meinungen Gewicht verleihen muss. Dieser Aspekt ist von entscheidender Bedeutung, da die Rechtsprechung bereits klargestellt hat, dass die Missachtung der Bestrebungen des Minderjährigen durch eine strenge kritische Prüfung gerechtfertigt werden muss.
Das Urteil des Kassationsgerichtshofs Nr. 3372/2024 stellt einen bedeutenden Schritt hin zu einer stärkeren Berücksichtigung der Bedürfnisse von Minderjährigen in Sorgerechtsverfahren dar. Es ist unerlässlich, dass die Richter bei der Bewertung der Zeugenaussagen und Bestrebungen von Minderjährigen einen kritischen und abgewogenen Ansatz verfolgen, um sicherzustellen, dass ihr Interesse bei Entscheidungen, die sie betreffen, Vorrang hat. Die italienische Rechtsprechung entwickelt sich weiter und betont die Bedeutung, die Stimmen der Jüngsten in rechtlichen Entscheidungsprozessen zu hören.