Avv. Marco Bianucci
Avv. Marco Bianucci

Anwalt für Eherecht

Wenn man mit dem Ende einer Ehe konfrontiert wird, gehört die Festlegung des Scheidungsunterhalts zu den heikelsten und am meisten diskutierten Fragen. Dabei geht es nicht nur um die Analyse des aktuellen Einkommens der Parteien, sondern um das Verständnis eines immer relevanter werdenden Rechtsbegriffs: der potenziellen Arbeitsfähigkeit oder Erwerbsfähigkeit. Als Scheidungsanwalt in Mailand beobachtet Rechtsanwalt Marco Bianucci täglich, wie dieser Faktor den Ausgang eines Rechtsstreits umkehren kann und das Recht auf Erhalt eines finanziellen Beitrags oder die Verpflichtung zu dessen Zahlung maßgeblich beeinflusst.

Der Begriff der Arbeitsfähigkeit im Familienrecht

Die italienische Rechtsprechung, insbesondere nach den Urteilen des Kassationsgerichtshofs (Sezioni Unite) von 2018, hat die Kriterien für die Zuweisung des Scheidungsunterhalts neu definiert. Das Gericht prüft nicht nur, ob dem antragstellenden Ehegatten die Mittel fehlen, sondern auch, ob dieser Mangel auf eine tatsächliche Unmöglichkeit zurückzuführen ist, diese zu beschaffen, oder auf eine persönliche Entscheidung. Hier kommt der Begriff der spezifischen Arbeitsfähigkeit ins Spiel. Wenn der Ehegatte über einen Bildungsabschluss, ein angemessenes Erwerbsalter und eine intakte psychophysische Gesundheit verfügt, kann das Gericht davon ausgehen, dass er über ein Einkommenspotenzial verfügt, auch wenn er derzeit arbeitslos ist. Das bedeutet, dass der Unterhalt verweigert oder gekürzt werden könnte, basierend nicht darauf, wie viel eine Person tatsächlich verdient, sondern darauf, wie viel sie durch aktives Engagement auf dem Arbeitsmarkt verdienen könnte.

Der Ansatz der Anwaltskanzlei Bianucci zu potenziellen Erwerbsmöglichkeiten

Rechtsanwalt Marco Bianucci, ein erfahrener Anwalt für Familienrecht in Mailand, verfolgt in diesen Situationen einen rigorosen analytischen und beweisgestützten Ansatz. Es reicht nicht aus zu behaupten, dass ein Ehegatte einen Hochschulabschluss besitzt, um automatisch davon auszugehen, dass er arbeiten kann; es ist notwendig, diesen Titel im aktuellen Arbeitsmarkt zu kontextualisieren. Die Strategie der Kanzlei unterscheidet sich je nach der vertretenen Partei und zielt stets auf die Konkretheit der Fakten ab. Wenn die Kanzlei den zur Zahlung verpflichteten Ehegatten vertritt, besteht das Ziel darin, nachzuweisen, dass die Gegenseite über einsetzbare Fähigkeiten verfügt und die etwaige Arbeitslosigkeit auf schuldhaftes Zögern zurückzuführen ist, wobei statistische Daten und Marktanalysen verwendet werden, um die tatsächlich ignorierten Arbeitsmöglichkeiten hervorzuheben. Umgekehrt, wenn Rechtsanwalt Marco Bianucci den wirtschaftlich schwächeren Ehegatten verteidigt, konzentriert sich die Verteidigung darauf, die objektive Unmöglichkeit einer Wiedereingliederung nachzuweisen, vielleicht aufgrund fortgeschrittenen Alters oder einer langen Abwesenheit vom Arbeitsleben zur Widmung an die Familie, Faktoren, die die potenziellen Erwerbsmöglichkeiten rein theoretisch und nicht realisierbar machen.

Häufig gestellte Fragen

Wenn ich einen Hochschulabschluss habe, aber nicht arbeite, habe ich Anspruch auf Scheidungsunterhalt?

Der Besitz eines Hochschulabschlusses ist ein Indikator für die Arbeitsfähigkeit, schließt aber nicht automatisch den Anspruch auf Unterhalt aus. Das Gericht wird das Alter, die seit dem Erwerb des Titels verstrichene Zeit und die tatsächlichen Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem aktuellen Markt bewerten. Wenn der Titel veraltet ist oder der Markt gesättigt ist, kann die Arbeitsfähigkeit als null oder reduziert angesehen werden.

Wie weist man die potenzielle Arbeitsfähigkeit des Ex-Ehepartners nach?

Um nachzuweisen, dass der Ex-Ehepartner arbeiten könnte, müssen konkrete Beweise vorgelegt werden. Dies kann die Vorlage von Stellenangeboten, die mit seinem Profil vereinbar sind, Statistiken über die Beschäftigung in seinem Sektor oder der Nachweis, dass er Arbeitsmöglichkeiten ohne triftigen Grund abgelehnt hat, umfassen.

Beeinflusst das Alter die Bewertung der potenziellen Erwerbsmöglichkeiten?

Absolut. Das Alter ist einer der Hauptfaktoren, die Gerichte bei der Bewertung der beruflichen Wiedereingliederungsfähigkeit berücksichtigen. Im Allgemeinen tendiert die Rechtsprechung dazu, ab 45-50 Jahren größere Schwierigkeiten bei der Suche nach einer neuen Anstellung anzuerkennen, wodurch die potenzielle Arbeitsfähigkeit den Unterhaltsberechnung weniger beeinflusst.

Was passiert, wenn ich während der Trennung Arbeitsangebote ablehne?

Die Ablehnung angemessener Arbeitsangebote ohne triftige Begründung kann vom Richter sehr negativ bewertet werden. Ein solches Verhalten kann als mangelnder Wille zur Selbstständigkeit interpretiert werden und zur Kürzung oder zum Entzug des Scheidungsunterhalts führen, der gerade auf den Einkünften basiert, die hätte erzielt werden können.

Rechtsberatung für Scheidungsunterhalt in Mailand

Die korrekte Bewertung der Arbeitsfähigkeit ist entscheidend, um einen gerechten Scheidungsunterhalt zu gewährleisten, der weder zu einer parasitären Rente wird noch diejenigen schutzlos lässt, die ihre Karriere für die Familie geopfert haben. Wenn Sie eine Trennung durchlaufen und verstehen möchten, wie sich Ihre Qualifikationen oder die Ihres Ehepartners auf die wirtschaftlichen Bedingungen auswirken werden, ist eine eingehende Analyse des spezifischen Falls unerlässlich. Rechtsanwalt Marco Bianucci erwartet Sie in seiner Kanzlei in der Via Alberto da Giussano, 26 in Mailand, um Ihre Situation zu prüfen und die am besten geeignete Strategie zum Schutz Ihrer wirtschaftlichen Zukunft zu definieren.