Avv. Marco Bianucci
Avv. Marco Bianucci

Anwalt für Strafrecht

Die Schwere von Marktmanipulationsvorwürfen verstehen

Der Erhalt einer Mitteilung über eine Untersuchung wegen Marktmanipulation stellt einen kritischen Moment im Berufsleben eines Unternehmers, Geschäftsführers oder Finanzmarktteilnehmers dar. Es handelt sich um einen komplexen Sachverhalt, der nicht nur die persönliche Freiheit berührt, sondern auch die Reputation und das Vermögen des Beschuldigten unwiederbringlich gefährden kann. Als Strafverteidiger mit Sitz in Mailand, dem Finanzzentrum Italiens, verstehe ich die heiklen Dynamiken, die diesen Anschuldigungen zugrunde liegen, wo die Grenze zwischen einer aggressiven Marktstrategie und rechtswidrigem Verhalten für die Ermittler oft dünn erscheint.

Der rechtliche Rahmen: Zwischen Strafgesetzbuch und Zivilgesetzbuch

Marktmanipulation ist eine Straftat, die jeden bestraft, der falsche, übertriebene oder tendenziöse Nachrichten verbreitet oder simulierte Transaktionen oder andere Machenschaften vornimmt, die geeignet sind, eine spürbare Veränderung des Preises von Waren oder Werten zu bewirken, die in Börsenlisten zugelassen oder auf dem öffentlichen Markt gehandelt werden. In unserem Rechtssystem wird dieses Verhalten hauptsächlich durch Artikel 501 des Strafgesetzbuches und im gesellschaftsrechtlichen Bereich durch Artikel 2637 des Zivilgesetzbuches sanktioniert. Die Norm zielt darauf ab, die öffentliche Wirtschaftsordnung und das Vertrauen der Anleger in die Transparenz des Handels zu schützen. Es ist von grundlegender Bedeutung zu verstehen, dass es sich um ein "Gefährdungsdelikt" handelt: Das bedeutet, dass für die Verwirklichung der Straftat nicht immer erforderlich ist, dass die Preisänderung tatsächlich eintritt, sondern es genügt, dass das Verhalten potenziell geeignet ist, sie zu verursachen.

Der Verteidigungsansatz der Anwaltskanzlei Bianucci

Die Verteidigung in Verfahren wegen Finanzdelikten erfordert eine Kompetenz, die über die reine Kenntnis des klassischen Strafrechts hinausgeht; sie erfordert ein tiefes Verständnis der wirtschaftlichen und börsenbezogenen Mechanismen. Der Ansatz von Rechtsanwalt Marco Bianucci, einem erfahrenen Anwalt für Wirtschaftsrecht in Mailand, basiert auf einer strengen technischen Analyse der Buchhaltungsunterlagen und der Unternehmenskommunikation. Die Verteidigungsstrategie wird oft mit Unterstützung von parteilichen technischen Beratern aufgebaut, um das Fehlen des subjektiven Tatbestandsmerkmals, d.h. der spezifischen Absicht (dolo specifico), nachzuweisen oder die Eignung des Verhaltens zur Marktmanipulation anzufechten. Jede einzelne angefochtene Transaktion wird in ihrem realen wirtschaftlichen Kontext untersucht, um legitime unternehmerische Entscheidungen von strafrechtlich relevanten zu unterscheiden.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen allgemeiner Marktmanipulation und gesellschaftsrechtlicher Marktmanipulation?

Der Hauptunterschied liegt im Täter und dem spezifisch geschützten Rechtsgut. Die allgemeine Marktmanipulation, die im Strafgesetzbuch vorgesehen ist, kann von jedem begangen werden und schützt die öffentliche Wirtschaft im Allgemeinen. Die gesellschaftsrechtliche Marktmanipulation, die im Zivilgesetzbuch geregelt ist, ist ein Eigenverbrechen, das sich speziell an Geschäftsführer, Generaldirektoren, Rechnungsprüfer und Liquidatoren von Gesellschaften richtet und dem Schutz des ordnungsgemäßen Funktionierens des Finanzinstrumentenmarktes und des Vertrauens der Sparer dient.

Was versteht man unter 'falschen, übertriebenen oder tendenziösen Nachrichten'?

Das Gesetz bestraft die Verbreitung von unwahren Informationen oder von Informationen, die so dargestellt werden, dass sie die vom Markt wahrgenommene Realität verzerren. Eine Nachricht ist falsch, wenn sie nicht der Wahrheit entspricht; übertrieben, wenn sie, obwohl sie einen wahren Kern hat, ihre Reichweite unverhältnismäßig verstärkt; tendenziös, wenn sie auf hinterhältige oder mehrdeutige Weise dargestellt wird, um die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Für die strafrechtliche Relevanz müssen solche Nachrichten geeignet sein, den Preis von Wertpapieren oder Waren spürbar zu verändern.

Welche Strafen sind für das Verbrechen der Marktmanipulation vorgesehen?

Die Sanktionen variieren je nach dem angefochtenen Sachverhalt. Für die gesellschaftsrechtliche Marktmanipulation (Art. 2637 ZGB) beträgt die vorgesehene Strafe eine Freiheitsstrafe von einem bis zu fünf Jahren. Es ist wichtig zu beachten, dass die Strafen erhöht werden können, wenn aus der Tat ein schwerer Schaden für die Sparer entsteht oder wenn die Tat von börsennotierten Unternehmen begangen wird. Neben der Freiheitsstrafe sind Nebenstrafen und oft sehr hohe Bußgelder vorgesehen, die von der CONSOB für Marktmissbrauch verhängt werden.

Ist es möglich, sich durch den Nachweis des guten Glaubens zu verteidigen?

Ja, der Nachweis des Fehlens von Vorsatz ist eine der wichtigsten Verteidigungsstrategien. Das Verbrechen erfordert das Bewusstsein und den Willen, den Markt zu manipulieren. Wenn es gelingt nachzuweisen, dass die verbreiteten Informationen in gutem Glauben für wahr gehalten wurden oder dass die durchgeführten Transaktionen rationalen und nicht manipulativen wirtschaftlichen Logiken entsprachen, kann das für eine Verurteilung erforderliche subjektive Tatbestandsmerkmal entfallen. Rechtsanwalt Marco Bianucci arbeitet gerade daran, die Rechtmäßigkeit der operativen Entscheidungen des Mandanten hervorzuheben.

Fordern Sie eine Erstberatung an

Wenn Sie in eine Untersuchung wegen Finanzdelikten verwickelt sind oder befürchten, dass Ihr unternehmerisches Verhalten angefochten werden könnte, ist es unerlässlich, umgehend zu handeln. Kontaktieren Sie Rechtsanwalt Marco Bianucci für eine vertrauliche und eingehende Bewertung Ihrer Situation. Die Anwaltskanzlei Bianucci befindet sich in Mailand in der Via Alberto da Giussano, 26, und ist bereit, eine technische Verteidigung auf hohem Niveau zu bieten, um Ihre Rechte und Ihre berufliche Reputation zu schützen.