Avv. Marco Bianucci

Avv. Marco Bianucci

Anwalt für Strafrecht

Die Straftat der Anstiftung zur Nichtaussage oder zur falschen Aussage

Der Erhalt einer Benachrichtigung über ein Ermittlungsverfahren oder die Untersuchung wegen des Versuchs, einen Zeugen oder eine informierte Person zu beeinflussen, stellt einen Moment extremer prozessualer Sensibilität dar. Unser Rechtssystem bestraft streng jeden, der versucht, Beweismittel zu verfälschen oder die Rechtspflege zu behindern. Als Strafverteidiger in Mailand verstehe ich die Angst, die eine solche Anschuldigung mit sich bringt, die oft aus fehlinterpretierten oder aus dem Zusammenhang gerissenen Telefon- oder Umgebungsabhörungen resultiert.

Artikel 377-bis des Strafgesetzbuches regelt speziell die Straftat der Anstiftung zur Nichtaussage oder zur falschen Aussage gegenüber der Justizbehörde. Diese Norm zielt darauf ab, die Aufrichtigkeit der Vorermittlungen und die Korrektheit der Tätigkeit der Staatsanwaltschaft zu schützen. Das strafbare Verhalten liegt vor, wenn eine Person durch Gewalt, Drohung oder das Angebot von Geld (oder anderem Vorteil) versucht, eine Person, die das Recht hat zu schweigen, zum Schweigen oder zur Lüge vor der Justizbehörde zu bewegen. Es ist von grundlegender Bedeutung zu verstehen, dass die Straftat in dem Moment vollendet ist, in dem die rechtswidrige überredende Handlung begangen wird, unabhängig davon, ob der Empfänger zustimmt zu lügen oder zu schweigen.

Die Verteidigungsstrategie der Anwaltskanzlei Bianucci

Die Auseinandersetzung mit einer Anschuldigung nach Art. 377-bis erfordert nicht nur tiefgreifende Kenntnisse des materiellen Rechts, sondern auch der Ermittlungsdynamik. Der Ansatz von Avv. Marco Bianucci, einem erfahrenen Strafverteidiger in Mailand, basiert auf einer rigorosen Analyse des Beweismaterials. Oft erscheint die Grenze zwischen einer legitimen Verteidigungsberatung und einer rechtswidrigen Anstiftung für die Ermittler schmal, ist aber rechtlich klar gezogen.

Die Verteidigung konzentriert sich auf die Prüfung der Erfüllung der Tatbestandsmerkmale. Es muss beispielsweise nachgewiesen werden, dass keine Gewalt oder Drohung vorlag, oder abgehörte Gespräche müssen kontextualisiert werden, um zu beweisen, dass kein Geldangebot zur Bestechung der prozessualen Wahrheit erfolgte. Ziel ist es, die Anklage zu demontieren, indem nachgewiesen wird, dass die Kontakte zur informierten Person keine rechtswidrige oder zwanghafte Natur hatten. In vielen Fällen ist das, was als unzulässiger Druck interpretiert wird, tatsächlich eine legitime Diskussion über die untersuchten Fakten. Die technische Kompetenz von Avv. Marco Bianucci zielt darauf ab, sicherzustellen, dass jede Nuance zur Verteidigung der Position des Mandanten genutzt wird.

Häufig gestellte Fragen

Welche Strafe ist für die Anstiftung zur Nichtaussage vorgesehen?

Das Strafgesetzbuch sieht für diese Straftat strenge Sanktionen vor. Die vorgesehene Strafe ist eine Freiheitsstrafe von zwei bis sechs Jahren. Das Gesetz sieht jedoch vor, dass die Verurteilung nicht höher sein darf als die für die Hauptstraftat vorgesehene, in deren Verfahren versucht wurde einzugreifen. Das bedeutet, dass die Schwere der Sanktion teilweise an den gerichtlichen Kontext angepasst ist, in den die Handlung fällt.

Was passiert, wenn die überredete Person die Lüge akzeptiert?

Wenn die Anstiftung erfolgreich ist und die zur Aussage aufgerufene Person das Angebot annimmt oder der Drohung nachgibt und tatsächlich die Staatsanwaltschaft belügt, verschärft sich die rechtliche Situation. In diesem Fall könnten neben der Anstiftung weitere Straftaten wie Begünstigung oder falsche Angaben gegenüber der Staatsanwaltschaft vorliegen, was auch die Person betrifft, die die falschen Aussagen gemacht hat. Es ist unerlässlich, sich umgehend an einen Strafverteidiger zu wenden, um diese Komplexität zu bewältigen.

Ist es strafbar, jemanden zu raten, von seinem Recht zu schweigen Gebrauch zu machen?

Dies ist eine der heikelsten Fragen. An sich stellt die Information einer Person über ihr verfassungsmäßiges Recht, von ihrem Recht zu schweigen Gebrauch zu machen, keine Straftat dar, solange dieser Rat nicht von Drohungen, Gewalt oder Geldversprechen begleitet wird. Die Trennlinie ist jedoch dünn und die Umstände, unter denen dieser Rat gegeben wird, sind entscheidend. Eine effektive Verteidigung muss die Abwesenheit jeglicher zwanghafter oder korruptiver Methoden nachweisen.

Tritt die Straftat auch ein, wenn das Geldangebot abgelehnt wird?

Ja, die Straftat nach Art. 377-bis ist eine reine Verhaltensstraftat. Das bedeutet, dass die Rechtswidrigkeit in dem Moment vollendet ist, in dem das Angebot gemacht oder die Drohung ausgeübt wird, unabhängig vom Ergebnis. Auch wenn der Empfänger das Angebot ablehnt oder sich dennoch entscheidet, die Wahrheit zu sagen, ist derjenige, der die Anstiftung versucht hat, allein wegen des Versuchs strafbar.

Fordern Sie eine Rechtsberatung in Mailand an

Wenn Sie in ein Strafverfahren verwickelt sind, das die Anstiftung zur Nichtaussage betrifft, oder befürchten, wegen Straftaten gegen die Rechtspflege untersucht zu werden, ist es unerlässlich, nicht impulsiv zu handeln. Jedes Wort oder jede Handlung danach könnte Ihre Position gefährden. Wir laden Sie ein, sich mit Avv. Marco Bianucci in der Kanzlei in Mailand, Via Alberto da Giussano, 26, in Verbindung zu setzen, um eine vorläufige und vertrauliche Bewertung Ihres Falles zu erhalten. Gemeinsam werden wir die für Ihre spezifische Situation am besten geeignete Verteidigungsstrategie entwickeln.