Avv. Marco Bianucci
Avv. Marco Bianucci

Anwalt für Strafrecht

Die Straftat der Verletzung von Anordnungen zur Wegweisung aus dem Familienhaus

Eine Anklage wegen Verstoßes gegen eine Wegweisungsanordnung oder ein Annäherungsverbot stellt einen kritischen Moment dar, der Klarheit und sofortiges juristisches Eingreifen erfordert. Als Strafverteidiger in Mailand verstehe ich die Angst und Besorgnis, die mit der Beteiligung an Verfahren im Zusammenhang mit dem sogenannten „Codice Rosso“ (Gesetz zum Schutz vor häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt) verbunden sind. Diese Vorschriften, die zum Schutz von Opfern häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt geschaffen wurden, sehen strenge Sanktionen und beschleunigte Verfahren vor, die keine Nachlässigkeit oder Abwehrfehler zulassen.

Artikel 387-bis des Strafgesetzbuches bestraft jeden, der Schutzanordnungen gegen familiäre Misshandlungen, Wegweisungsanordnungen aus dem Familienhaus oder Annäherungsverbote zu Orten, die von der geschädigten Person frequentiert werden, missachtet. Es ist von grundlegender Bedeutung zu verstehen, dass diese Straftat objektiv zum Zeitpunkt der Übertretung der vom Richter auferlegten Vorschriften begangen wird. Das italienische Recht ist in diesem Punkt sehr streng: Die Verletzung wird von Amts wegen verfolgt und mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu drei Jahren geahndet. Oft unterschätzen diejenigen, die in solche Situationen geraten, dass selbst ein einzelner Vorfall, der vielleicht als banal oder durch momentane Umstände gerechtfertigt angesehen wird, zu einer fakultativen Festnahme auf frischer Tat oder zur Verschärfung der bestehenden vorsorglichen Maßnahme führen kann, wodurch ein Annäherungsverbot in Hausarrest oder Untersuchungshaft umgewandelt wird.

Der Ansatz der Anwaltskanzlei Bianucci in der Strafverteidigung

Angesichts solch heikler Anfechtungen zeichnet sich der Ansatz von Rechtsanwalt Marco Bianucci, einem erfahrenen Strafverteidiger in Mailand, durch eine sorgfältige technische Analyse der Prozessakte aus. Die Verteidigung beschränkt sich nicht auf eine einfache Leugnung der Tatsachen, sondern geht ins Detail des Verfahrens. Der erste Schritt besteht immer darin, die ordnungsgemäße Zustellung der Anordnung zu überprüfen: Damit eine Straftat vorliegt, muss der Beschuldigte die angeblich verletzte Anordnung vollständig und rechtmäßig zur Kenntnis genommen haben. Ohne den sicheren Nachweis der Kenntnis der Anordnung könnte das subjektive Element der Straftat (Vorsatz) fehlen.

Darüber hinaus konzentriert sich die Verteidigungsstrategie der Kanzlei auf die kontextbezogene Analyse des angefochtenen Vorfalls. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Verstöße das Ergebnis zufälliger Begegnungen oder von Notfallsituationen sind, die von den Ermittlungsbehörden nicht angemessen bewertet wurden. Als erfahrener Anwalt für „Codice Rosso“-Verfahren arbeitet Rechtsanwalt Marco Bianucci daran, Beweismittel, Zeugenaussagen und Aufzeichnungen zu sammeln, die die Abwesenheit der Absicht, die Vorschriften zu verletzen, oder die Nichtexistenz der Tat beweisen können. Ziel ist es, die persönliche Freiheit des Mandanten zu schützen und die Eskalation von Vorsichtsmaßnahmen zu verhindern, indem ein vollständiger und wirksamer Widerspruch vor der Justizbehörde gewährleistet wird.

Häufig gestellte Fragen

Was riskiere ich, wenn ich gegen das Annäherungsverbot verstoße?

Der Verstoß gegen Artikel 387-bis des Strafgesetzbuches sieht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu drei Jahren vor. Neben der Freiheitsstrafe ist die unmittelbarste Folge oft die Verschärfung der vorsorglichen Maßnahme: Der Richter kann entscheiden, das Annäherungsverbot durch Hausarrest oder Untersuchungshaft zu ersetzen, wenn er der Ansicht ist, dass die Gefahr der Wiederholung der Straftat konkret ist.

Wenn die geschädigte Person mich nach Hause einlädt, darf ich dann hingehen?

Absolut nicht. Dies ist der häufigste und gefährlichste Fehler. Das Annäherungsverbot ist eine vom Richter erlassene Anordnung, nicht von der geschädigten Person. Die Zustimmung des Opfers hat keinen rechtlichen Wert zur Aufhebung der Anordnung und schließt die Strafbarkeit nicht aus. Wenn Sie in Begleitung der geschädigten Person angetroffen werden, auch auf deren Einladung hin, werden Sie dennoch wegen Verletzung der Anordnung angezeigt.

Werde ich bei einem Verstoß sofort festgenommen?

Das Gesetz sieht eine fakultative Festnahme auf frischer Tat vor. Das bedeutet, dass die Strafverfolgungsbehörden, wenn sie Sie bei der Verletzung der Anordnung antreffen (z. B. in der Nähe der verbotenen Wohnung), die Befugnis haben, die sofortige Festnahme vorzunehmen und dabei die Schwere der Tat und die Gefährlichkeit der Person zu bewerten.

Wie kann ich mich verteidigen, wenn die Begegnung zufällig war?

Wenn die Begegnung mit der geschützten Person rein zufällig war, ist es unerlässlich, die Abwesenheit von Vorsatz, d. h. die mangelnde Absicht, die Anordnung zu verletzen, nachzuweisen. Ein erfahrener Strafverteidiger wird daran arbeiten, die Zufälligkeit des Ereignisses zu beweisen, vielleicht durch Zeugen oder Überwachungskameras, und nachzuweisen, dass Sie sich sofort entfernt haben, als Sie die Anwesenheit der geschädigten Person bemerkt haben.

Fordern Sie eine sofortige Rechtsberatung an

Wenn Sie beschuldigt wurden, eine Wegweisungsanordnung verletzt zu haben, oder befürchten, dass sich Ihre Situation verschlimmern könnte, warten Sie nicht länger. Zeit ist ein entscheidender Faktor in Strafverfahren. Kontaktieren Sie Rechtsanwalt Marco Bianucci für eine zeitnahe und vertrauliche Bewertung Ihres Falls. Die Kanzlei in der Via Alberto da Giussano 26 in Mailand ist bereit, die beste Verteidigungsstrategie zu entwickeln, um Ihre Rechte und Ihre Freiheit zu schützen.