Die Einführung der sogenannten Codice Rosso (Gesetz Nr. 69/2019) hat die Reaktion des Staates auf häusliche Gewalt und geschlechtsspezifische Gewalt erheblich verschärft. In diesem Zusammenhang ist eine der heikelsten Tatbestände die Verletzung von Anordnungen zur Entfernung aus dem Familienhaus und des Annäherungsverbots zu Orten, die von der geschädigten Person frequentiert werden, geregelt in Artikel 387-bis des Strafgesetzbuches. Als erfahrener Strafverteidiger in Mailand beobachtet Rechtsanwalt Marco Bianucci täglich, wie die Bearbeitung dieser Vorwürfe spezifisches technisches Fachwissen und sofortiges Handeln erfordert.
Die Straftat liegt vor, wenn eine Person, gegen die bereits eine Zwangsvorsorgemaßnahme (wie die Entfernung oder das Annäherungsverbot) verhängt wurde, die vom Richter auferlegten Vorschriften missachtet. Das Gesetz zielt darauf ab, die körperliche und psychische Unversehrtheit des Opfers zu schützen, indem die bloße Missachtung der Anordnung bestraft wird, unabhängig davon, ob weitere Gewalttaten stattfinden. Es ist von grundlegender Bedeutung zu verstehen, dass die Behörden im aktuellen rechtlichen Klima mit äußerster Strenge vorgehen und eine Verletzung zur sofortigen Verschärfung der Vorsorgemaßnahme bis hin zur Untersuchungshaft führen kann.
Die Auseinandersetzung mit einem Verfahren wegen Verletzung von Artikel 387-bis StGB erfordert eine klare und improvisationsfreie Verteidigungsstrategie. Der Ansatz von Rechtsanwalt Marco Bianucci, einem erfahrenen Strafverteidiger in Mailand, basiert auf einer strengen Analyse der objektiven und subjektiven Elemente der angefochtenen Tat. Nicht jede Kontaktaufnahme stellt automatisch eine Straftat dar: Es muss bewertet werden, ob die Verletzung vorsätzlich (dolus) erfolgte oder ob die Begegnung zufällig und unvermeidlich war.
Die Anwaltskanzlei Bianucci prüft die Rechtmäßigkeit der ursprünglichen Anordnung und die genauen Umstände der mutmaßlichen Verletzung. Oftmals kommt es zu mehrdeutigen Situationen, wie zufälligen Begegnungen an öffentlichen Orten oder Kommunikationsversuchen aus dringenden Gründen (z. B. im Zusammenhang mit minderjährigen Kindern), die, obwohl unklug, möglicherweise nicht den von der Norm geforderten kriminellen Vorsatz erfüllen. Die Verteidigung konzentriert sich auch auf die Sammlung von Beweismitteln und Zeugenaussagen, um die Abwesenheit sozialer Gefährlichkeit oder die Nichtexistenz der Tat zu beweisen, mit dem Ziel, die Verschärfung von Vorsorgemaßnahmen zu vermeiden und die persönliche Freiheit des Mandanten unter Wahrung der prozessualen Garantien zu schützen.
Die Verletzung einer Wegweisungsanordnung oder eines Annäherungsverbots wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu drei Jahren bestraft. Darüber hinaus ist die unmittelbarste prozessuale Folge oft die Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer Verschärfung der bestehenden Vorsorgemaßnahme, die durch Hausarrest oder Untersuchungshaft ersetzt werden kann.
Ja, und das ist ein sehr häufiger Fehler. Das Annäherungsverbot ist eine vom Richter angeordnete Verfügung, keine private Entscheidung der geschädigten Person. Die Zustimmung des Opfers hat keine entlastende Wirkung: Solange der Richter die Anordnung nicht formell aufhebt, stellt die Annäherung eine Straftat dar, auch wenn man dazu aufgefordert wird.
Wenn die Begegnung mit der geschützten Person an einem öffentlichen Ort zufällig erfolgt, besteht die Pflicht, sich sofort zu entfernen. Aus der Sicht eines erfahrenen Strafverteidigers ist es entscheidend zu beweisen, dass keine Absicht bestand, den Kontakt zu suchen oder das Opfer einzuschüchtern. Das Verweilen am Ort könnte als vorsätzliche Verletzung ausgelegt werden.
Das Besuchsrecht für Kinder muss streng nach den vom Richter festgelegten Modalitäten ausgeübt werden, die in der Regel geschützte Treffen oder die Vermittlung durch soziale Dienste vorsehen, um direkten Kontakt mit der geschädigten Person zu vermeiden. Die Verletzung dieser Modalitäten, um die Kinder zu sehen, birgt das Risiko einer Anzeige wegen Missachtung der Anordnung.
Wenn Sie beschuldigt wurden, eine Schutzanordnung verletzt zu haben, oder befürchten, dass Ihre aktuelle Situation in einem Strafverfahren eskalieren könnte, ist es unerlässlich, sofort zu handeln. Kontaktieren Sie Rechtsanwalt Marco Bianucci für eine Beratung in der Kanzlei in Mailand, Via Alberto da Giussano, 26. Eine rechtzeitige Verteidigung ist entscheidend, um Ihre Freiheit zu schützen und die Auswirkungen des Codice Rosso richtig zu bewältigen.