Der Erhalt einer Benachrichtigung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens (avviso di garanzia) oder die Einleitung von Ermittlungen wegen Begünstigung kann tiefe Besorgnis und Verwirrung hervorrufen. Oftmals handelten Personen in dieser Situation aus emotionalen Bindungen, einem fehlgeleiteten Loyalitätssinn oder einfach ohne vollständiges Bewusstsein für die rechtlichen Auswirkungen ihrer Handlungen. Als Strafverteidiger in Mailand versteht Rechtsanwalt Marco Bianucci die Sensibilität dieser Dynamiken und die Bedeutung der Analyse jedes Details, um eine solide Verteidigung aufzubauen. Die Grenze zwischen strafrechtlich relevantem und rechtmäßigem oder nicht strafbarem Verhalten ist oft schmal und erfordert eine eingehende technische Analyse.
Das italienische Strafgesetzbuch unterscheidet klar zwischen zwei Tatbeständen, die zwar namentlich ähnlich sind, aber unterschiedliche Interessen schützen und unterschiedliche Sanktionen vorsehen. Die persönliche Begünstigung, geregelt in Artikel 378 des Strafgesetzbuches (c.p.), liegt vor, wenn eine Person jemandem hilft, Ermittlungen der Behörden zu umgehen oder sich nach Begehung einer Straftat der Fahndung zu entziehen. Das geschützte Rechtsgut ist das ordnungsgemäße Funktionieren der Justiz. Es ist wichtig zu beachten, dass für die Erfüllung des Straftatbestands vorausgesetzt wird, dass die zugrundeliegende Straftat tatsächlich begangen wurde, aber nicht, dass der Täter bereits verurteilt wurde.
Im Gegensatz dazu bestraft die reale Begünstigung, vorgesehen in Artikel 379 c.p., jeden, der dem Täter einer Straftat hilft, sich die Beute, den Gewinn oder den Preis der Straftat zu sichern. In diesem Fall richtet sich die Handlung nicht auf den Schutz der Person des Schuldigen, sondern auf die Festigung des wirtschaftlichen Vorteils, der sich aus der Straftat ergibt. Die Unterscheidung ist entscheidend, da sie die Verteidigungsstrategie und die möglichen anwendbaren Strafen beeinflusst. In beiden Fällen spielt das psychologische Element, d. h. der bewusste Wille, Hilfe zu leisten, im Wissen, dass man die Justiz behindert, eine entscheidende Rolle.
Rechtsanwalt Marco Bianucci, ein erfahrener Strafverteidiger in Mailand, geht Fälle von Begünstigung mit einem analytischen und strategischen Ansatz an, der darauf abzielt, die Anklage anhand ihrer konstitutiven Elemente zu demontieren. Die Verteidigung konzentriert sich oft auf das subjektive Element der Straftat: Es muss nachgewiesen werden, dass der Mandant die volle Kenntnis davon hatte, dass er einer Person half, die eine Straftat begangen hatte, oder dass er deren Erträge verschleierte. In vielen Fällen kann das Fehlen von Vorsatz, d. h. die Unkenntnis der illegalen Herkunft eines Gutes oder der rechtlichen Situation der geholfenen Person, zur Freisprechung führen.
Ein weiterer Pfeiler der vom Anwaltsbüro verfolgten Verteidigungsstrategie betrifft die Anwendung von Gründen für die Nichtbestrafung. Die italienische Rechtsordnung erkennt in Artikel 384 c.p. an, dass nicht bestraft wird, wer die Tat begangen hat, weil er gezwungen war, sich selbst oder einen nahen Angehörigen vor einer schweren und unvermeidlichen Beeinträchtigung seiner Freiheit oder Ehre zu retten. Rechtsanwalt Marco Bianucci prüft sorgfältig, ob die Voraussetzungen für die Berufung auf diese Rechtfertigung vorliegen, die oft der Dreh- und Angelpunkt in Verfahren gegen Familienangehörige oder Lebenspartner des Täters der zugrundeliegenden Straftat ist.
Der Hauptunterschied liegt im Zeitpunkt des Eingreifens. Bei der Mittäterschaft wird der Beitrag vor oder während der Ausführung der Straftat geleistet, mit dem Willen, daran teilzunehmen. Bei der Begünstigung hingegen wird die Hilfe ausschließlich nach der unwiderruflichen Vollendung der Straftat geleistet, ohne eine vorherige Vereinbarung, die sonst Mittäterschaft darstellen würde.
Im Allgemeinen nein. Artikel 384 des Strafgesetzbuches sieht einen Grund für die Nichtbestrafung für diejenigen vor, die die Tat der persönlichen Begünstigung begehen, um einen nahen Angehörigen vor einer schweren Beeinträchtigung seiner Freiheit oder Ehre zu retten. Diese Rechtfertigung muss jedoch sorgfältig nachgewiesen und vor Gericht von einem kompetenten Anwalt begründet werden.
Die für die persönliche Begünstigung vorgesehene Strafe ist eine Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren. Wenn die zugrundeliegende Straftat jedoch besonders schwerwiegend ist (wie die Mitgliedschaft in einer Mafia-Organisation oder Waffenhandel), darf die Strafe nicht unter zwei Jahren liegen. Es ist unerlässlich, alle möglichen mildernden Umstände zu prüfen, um das Sanktionsrisiko zu begrenzen.
Nein, das Verbrechen der Begünstigung erfordert allgemeinen Vorsatz (dolo generico). Das bedeutet, dass die Anklage beweisen muss, dass Sie wussten, dass die geholfene Person eine Straftat begangen hatte oder dass die verschleierten Güter das Ergebnis eines Verbrechens waren. Wenn dieses Bewusstsein fehlt, besteht die Straftat nicht.
Wenn Sie in ein Verfahren wegen Begünstigung verwickelt sind oder befürchten, es zu sein, ist es unerlässlich, umgehend zu handeln. Eine sorgfältige technische Verteidigung kann den Unterschied zwischen einer Verurteilung und einem Freispruch ausmachen. Rechtsanwalt Marco Bianucci steht Ihnen in seiner Kanzlei in Mailand, Via Alberto da Giussano 26, zur Verfügung, um Ihre Situation zu analysieren und die beste Verteidigungsstrategie zu entwickeln.