Avv. Marco Bianucci
Avv. Marco Bianucci

Anwalt für Strafrecht

Den Mut zu finden, ein vermeintliches Unrecht oder eine Straftat anzuzeigen, ist ein heikler Schritt. Festzustellen, dass die eigene Anzeige später eingestellt wurde und, schlimmer noch, selbst wegen Verleumdung untersucht zu werden, führt unweigerlich zu Verwirrung und tiefer Besorgnis. Als Strafverteidiger in Mailand versteht Rechtsanwalt Marco Bianucci die emotionale und rechtliche Komplexität dieser Situation vollkommen. Der Beschuldigung, jemanden zu Unrecht angezeigt zu haben, erfordert eine sofortige, klare und strategisch einwandfreie rechtliche Reaktion.

Die Straftat der Verleumdung und die Einstellung der Anzeige

Im italienischen Rechtssystem liegt die Straftat der Verleumdung vor, wenn eine Person durch eine Anzeige, eine Klage oder einen Antrag jemanden, von dessen Unschuld sie weiß, einer Straftat beschuldigt. Es ist wichtig, einen Grundsatz zu verstehen: Die Einstellung einer Anzeige bedeutet nicht automatisch den Beweis einer Verleumdung. Der Staatsanwalt kann die Einstellung aus verschiedenen Gründen beantragen, zum Beispiel wegen mangelnder Beweise oder weil der Sachverhalt strafrechtlich nicht besteht, aber das bedeutet nicht, dass der Anzeigende böswillig gehandelt hat.

Der Kern der Verleumdungsanklage liegt im sogenannten Vorsatz (dolo). Um verurteilt zu werden, muss die Anklage zweifelsfrei nachweisen, dass der Anzeigende zum Zeitpunkt der Einreichung der Anzeige die absolute Gewissheit der Unschuld der beschuldigten Person hatte und mit der ausdrücklichen Absicht handelte, sie zu Unrecht zu beschuldigen. Wenn die Anzeige aus einer Wahrnehmungsstörung, einer falschen Interpretation der Fakten oder dem begründeten Verdacht auf eine begangene Straftat resultierte, besteht die Straftat der Verleumdung nicht.

Der Ansatz der Anwaltskanzlei Bianucci in der Strafverteidigung

Die Auseinandersetzung mit einer solchen Anschuldigung erfordert eine sorgfältige Prüfung der Akten. Der Ansatz von Rechtsanwalt Marco Bianucci, erfahrener Strafrechtler in Mailand, konzentriert sich auf die Widerlegung des subjektiven Tatbestandsmerkmals. Der erste grundlegende Schritt besteht darin, die Akte der ursprünglichen, eingestellten Anzeige zu beschaffen und eingehend zu studieren. Ziel ist es, den tatsächlichen und psychologischen Kontext zu rekonstruieren, in dem die Entscheidung zur Anzeige gereift ist.

Die Verteidigungsstrategie entwickelt sich durch den Nachweis, dass der Mandant zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme mit den Behörden triftige und begründete Gründe hatte, von der Begehung der Straftat auszugehen. Rechtsanwalt Marco Bianucci arbeitet daran, Beweismittel, Zeugenaussagen oder technische Gutachten zu sammeln, die den guten Glauben des Anzeigenden belegen. Es geht nicht nur darum, sich gegen eine Anschuldigung zu verteidigen, sondern die Wahrheit der Fakten zu rekonstruieren und zu beweisen, dass die ursprünglich ergriffene rechtliche Maßnahme, auch wenn sie nicht zu einer Anklageerhebung führte, auf konkreten Elementen und nicht auf verleumderischer Absicht beruhte.

Häufig gestellte Fragen

Führt die Einstellung meiner Anzeige automatisch zu einer Anzeige wegen Verleumdung?

Nein, es gibt keinen Automatismus. Die Einstellung bedeutet lediglich, dass der Staatsanwalt keine ausreichenden Beweise sah, um die Anklage gegen die von Ihnen angezeigte Person vor Gericht zu unterstützen. Damit eine Verleumdungsanklage erhoben werden kann, muss die ursprünglich angezeigte Person oder der Staatsanwalt von Amts wegen der Ansicht sein, dass Sie in Kenntnis der Unschuld gehandelt und eine vorsätzlich falsche Anschuldigung erhoben haben.

Was droht mir bei einer Verurteilung wegen Verleumdung?

Das italienische Strafgesetzbuch bestraft dieses Vergehen streng, da es sowohl die Ehre der zu Unrecht beschuldigten Person als auch die ordnungsgemäße Funktionsweise der Justiz beeinträchtigt. Die vorgesehene Grundstrafe liegt zwischen zwei und sechs Jahren Haft, kann sich aber erhöhen, wenn die Anschuldigung Straftaten betrifft, für die eine besonders hohe Strafe vorgesehen ist, oder wenn die falsche Anschuldigung zu einer Verurteilung der unschuldigen Person führt.

Wie kann ich beweisen, dass ich in gutem Glauben gehandelt habe?

Der Nachweis des guten Glaubens erfolgt durch eine sorgfältige Rekonstruktion der Fakten vor und während der Anzeige. Aus Sicht eines Strafverteidigers ist es unerlässlich, dem Richter alle objektiven Elemente wie Dokumente, schriftliche Mitteilungen oder Zeugenaussagen vorzulegen, die zum Zeitpunkt der Anzeige die begründete Überzeugung rechtfertigten, dass die Straftat begangen worden war. Wenn nachgewiesen wird, dass eine Fehleinschätzung aufgrund mehrdeutiger Umstände vorlag, fehlt der für eine Verurteilung erforderliche Vorsatz.

Schützen Sie Ihre Rechte: Fordern Sie eine Beratung an

Als Beschuldigter wegen Verleumdung ist eine Situation, die äußerste Klarheit und die Unterstützung eines qualifizierten Fachmanns von den allerersten Phasen der Voruntersuchung an erfordert. Die Kosten und der finanzielle Aufwand eines Gerichtsverfahrens hängen eng von der Komplexität des Falles, der Menge der zu analysierenden Dokumente und den erforderlichen Verteidigungsermittlungen ab. Da jeder Fall einzigartige Merkmale aufweist, können keine standardisierten Schätzungen im Voraus gegeben werden.

Während eines ersten Kennenlerngesprächs wird Rechtsanwalt Marco Bianucci die Ihnen vorliegenden Unterlagen im Detail analysieren, die gegen Sie erhobene Anschuldigung bewerten und Ihnen einen klaren und transparenten Überblick über mögliche Verteidigungsstrategien sowie die voraussichtlichen Kosten für den bestmöglichen Schutz Ihrer Position geben. Kontaktieren Sie das Sekretariat in der Via Alberto da Giussano in Mailand, um einen Termin zu vereinbaren und mit dem Aufbau Ihrer Verteidigung zu beginnen.