Avv. Marco Bianucci
Avv. Marco Bianucci

Anwalt für Eherecht

Wenn das Testament Dritte zugunsten der Familie begünstigt

Die Eröffnung eines Nachlasses ist ein heikler Moment, der kritisch werden kann, wenn sich herausstellt, dass die letzten Wünsche des Verstorbenen Personen außerhalb der Familie, wie einen Lebensgefährten, einen Freund oder eine Pflegekraft, zugunsten der engsten Verwandten begünstigen. Als erfahrener Anwalt für Erbschaftsrecht in Mailand versteht Rechtsanwalt Marco Bianucci die Bestürzung und Besorgnis, die solche Situationen bei Familienmitgliedern hervorrufen, zutiefst. Es handelt sich nicht nur um eine wirtschaftliche Frage, sondern oft um eine schmerzhafte Wahrnehmung von Ungerechtigkeit, die eine klare und kompetente rechtliche Behandlung erfordert.

Der rechtliche Rahmen: Pflichtteil und Herabsetzungsklage

Das italienische Rechtssystem schützt Familienbande stark durch das Institut des Pflichtteils. Das Gesetz schreibt vor, dass ein Teil des Vermögens des Verstorbenen den sogenannten Pflichtteilsberechtigten vorbehalten sein muss: dem Ehegatten, den Kindern und, falls keine Kinder vorhanden sind, den Eltern. Der Erblasser ist daher nicht frei, über 100 % seines Vermögens zu verfügen, wenn pflichtteilsberechtigte Personen am Leben sind, sondern kann nur den sogenannten verfügbaren Teil an Dritte vergeben (oder einen bestimmten Erben belohnen).

Wenn ein Testament oder zu Lebzeiten gemachte Schenkungen den Pflichtteil verletzen, bietet das Rechtssystem ein spezifisches Instrument: die Herabsetzungsklage. Dieses Verfahren ermöglicht es den Pflichtteilsberechtigten, testamentarische Verfügungen oder schädigende Schenkungen anzufechten, um ihren Erbteil wiederherzustellen. Es ist wichtig zu betonen, dass zur Berechnung einer möglichen Verletzung nicht nur das betrachtet wird, was zum Zeitpunkt des Todes übrig geblieben ist (relictum), sondern auch der Wert all dessen, was der Verstorbene zu Lebzeiten verschenkt hat (donatum), fiktiv hinzugefügt werden muss.

Der Ansatz der Anwaltskanzlei Bianucci beim Schutz des Erbes

Rechtsanwalt Marco Bianucci, ein erfahrener Anwalt für Erbrecht in Mailand, geht Streitigkeiten im Zusammenhang mit Vermächtnissen an Dritte mit einem analytischen und strategischen Ansatz an. Die Priorität der Kanzlei ist die genaue Rekonstruktion des tatsächlichen Nachlasses durch die Analyse von Bankbewegungen, Immobiliengeschäften und früheren Schenkungen, um die tatsächliche Verletzung des Pflichtteils zu ermitteln. Oft geschieht die Verletzung der Rechte von Familienmitgliedern auf subtile Weise, durch komplexe Bestimmungen oder Vermögensübertragungen, die Jahre vor dem Tod stattgefunden haben.

Die Strategie der Anwaltskanzlei Bianucci zielt in erster Linie auf eine außergerichtliche Beilegung der Streitigkeit ab. Durch eine präzise buchhalterische und rechtliche Rekonstruktion arbeitet Rechtsanwalt Marco Bianucci daran, Vereinbarungen zu erzielen, die die Rechte der Pflichtteilsberechtigten befriedigen, ohne notwendigerweise lange Gerichtsverfahren einzuleiten. Wenn sich die Gegenpartei jedoch nicht kooperativ zeigt, ist die Kanzlei bereit, die Herabsetzungsklage vor den zuständigen Gerichten mit Nachdruck zu erheben, um die volle Einhaltung des Gesetzes und den Schutz des Familienvermögens zu gewährleisten.

Häufig gestellte Fragen

Ist es möglich, ein Kind zu enterben und alles der Pflegekraft oder dem Lebensgefährten zu hinterlassen?

Nein, das italienische Recht erlaubt keine vollständige Enterbung von Kindern, außer in sehr seltenen und schwerwiegenden Fällen der Unwürdigkeit, die von einem Richter festgestellt werden. Selbst wenn das Testament eine Person außerhalb der Familie zum Universalerben einsetzt, behalten die Kinder das unantastbare Recht auf ihren Pflichtteil und können rechtliche Schritte einleiten, um ihn zu erhalten.

Was passiert, wenn der Verstorbene alle Güter zu Lebzeiten an einen Dritten verschenkt hat?

Zu Lebzeiten gemachte Schenkungen entgehen nicht der Nachlassberechnung. Wenn diese Schenkungen das Vermögen so weit geleert haben, dass die Pflichtteilsberechtigten ihren Anteil nicht erhalten können, können sie durch die Herabsetzungsklage angefochten werden, beginnend mit der letzten Schenkung in zeitlicher Reihenfolge und rückwirkend, bis der den Erben zustehende Anteil wiederhergestellt ist.

Welche Fristen gelten für die Anfechtung eines testamentswidrigen Testaments?

Die Herabsetzungsklage wegen Verletzung des Pflichtteils unterliegt der allgemeinen Verjährungsfrist von zehn Jahren. Diese Frist beginnt in der Regel ab dem Zeitpunkt, an dem der Begünstigte der testamentarischen Verfügung die Erbschaft annimmt. Es ist jedoch ratsam, sich so schnell wie möglich an einen erfahrenen Anwalt für Erbschaftsrecht zu wenden, um die Zerstreuung des Erbschaftsvermögens zu vermeiden.

Hat der nicht verheiratete Lebensgefährte automatische Erbrechte?

In Abwesenheit eines Testaments gehört der faktische Lebensgefährte nicht zu den gesetzlichen Erben und hat keine automatischen Rechte am Vermögen, im Gegensatz zum zivilrechtlich oder ehelich verbundenen Ehegatten. Der Verstorbene kann ihn jedoch durch Testament oder Schenkungen begünstigt haben, jedoch immer unter Wahrung der den Pflichtteilsberechtigten (Kindern, Ehegatten) vorbehaltenen Anteile.

Fordern Sie eine Bewertung Ihres Falls an

Wenn Sie befürchten, dass Ihre Erbenrechte durch testamentarische Verfügungen zugunsten Dritter verletzt wurden, ist es unerlässlich, rechtzeitig und kompetent zu handeln. Rechtsanwalt Marco Bianucci steht Ihnen zur Verfügung, um Ihre spezifische Situation zu analysieren und den besten Weg zum Schutz Ihres Erbes zu skizzieren. Wir laden Sie ein, sich mit der Kanzlei in Verbindung zu setzen, um ein Gespräch in der Niederlassung in Mailand, Via Alberto da Giussano, 26, zu vereinbaren.