Ein Arbeitsunfall, der zur Amputation eines oder mehrerer Finger führt, ist ein traumatisches Ereignis, das das persönliche und berufliche Leben eines Arbeitnehmers tiefgreifend verändert. Neben körperlichen Schmerzen und psychischem Schock entstehen sofort Bedenken hinsichtlich der beruflichen Zukunft, der Fähigkeit, die Familie zu versorgen, und der Entschädigungsansprüche. In diesen komplexen Situationen ist es wichtig zu verstehen, dass die vom INAIL (Nationaler Institut für Unfallversicherung am Arbeitsplatz) angebotene Deckung nur einen Teil der Ihnen zustehenden Entschädigung darstellt. Als erfahrener Anwalt für Schadensersatz in Mailand befasst sich Avv. Marco Bianucci täglich mit solchen Fällen und begleitet verunfallte Arbeitnehmer dabei, eine vollständige Entschädigung für alle erlittenen Schäden durch die Geltendmachung des sogenannten "danno differenziale" (Differenzschaden) zu erhalten.
Im italienischen Rechtssystem greift das INAIL bei einem Arbeitsunfall ein und zahlt eine Entschädigung, die auf vordefinierten Tabellen basiert. Diese deckt den biologischen Schaden ab, wenn er einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, sowie die vermögensrechtlichen Folgen im Zusammenhang mit der Verringerung der allgemeinen Arbeitsfähigkeit. Diese Entschädigung erschöpft jedoch fast nie den tatsächlichen Schaden, den das Opfer erlitten hat, insbesondere in schweren Fällen wie Amputationen oder dauerhaften Beeinträchtigungen.
Hier kommt das Konzept des Differenzschadens ins Spiel. Wenn der Unfall aufgrund von Fahrlässigkeit des Arbeitgebers eingetreten ist, beispielsweise durch die Nichtumsetzung der in Artikel 2087 des Bürgerlichen Gesetzbuchs vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen, hat der Arbeitnehmer das Recht, vom Unternehmen die Differenz zwischen dem tatsächlich erlittenen Gesamtschaden und dem vom INAIL bereits anerkannten Betrag zu verlangen. Dieser Gesamtschaden umfasst wesentliche Posten, die das Institut nicht abdeckt, wie z. B. immaterielle Schäden (danno morale), inneres Leid, existenzielle Schäden im Zusammenhang mit veränderten Lebensgewohnheiten und den Verlust spezifischer zukünftiger Arbeitsfähigkeiten.
Die Bearbeitung eines Falls von schwerer Verletzung erfordert äußerste Präzision und tiefgreifende Kenntnisse des Sachverhalts. Der Ansatz von Avv. Marco Bianucci, einem erfahrenen Anwalt für Schadensersatz in Mailand, konzentriert sich in erster Linie auf eine rigorose Analyse der Unfallhergänge. Das Hauptziel ist es, die Verantwortung des Arbeitgebers für die Verursachung des Ereignisses unmissverständlich nachzuweisen, was eine unabdingbare Voraussetzung für die Geltendmachung des Differenzschadens ist.
Anschließend arbeitet die Anwaltskanzlei Bianucci eng mit vertrauenswürdigen Gerichtsmedizinern und Spezialisten zusammen, um jeden einzelnen Schadensposten genau zu beziffern. Im Falle einer Finger- oder Gliedmaßenamputation beschränkt sich die Bewertung nicht auf die körperliche Beeinträchtigung, sondern untersucht die psychologischen Auswirkungen, die Einschränkung spezifischer Freizeit- oder Sportaktivitäten und die Beeinträchtigung der spezifischen beruflichen Fähigkeiten des Arbeitnehmers. Diese sorgfältige Rekonstruktion ermöglicht es, eine vollständige, solide und unanfechtbare Schadensersatzforderung zu formulieren, sowohl in der außergerichtlichen Verhandlungsphase als auch, falls erforderlich, in einem Zivilprozess.
Der Differenzschaden ist die wirtschaftliche Differenz zwischen der nach zivilrechtlichen Regeln berechneten Gesamtschadensentschädigung und der vom INAIL gezahlten Entschädigung. Er wird vom Arbeitgeber verlangt, wenn der Unfall durch dessen Verschulden verursacht wurde, z. B. durch Nichteinhaltung der Arbeitssicherheitsvorschriften, um dem Arbeitnehmer eine vollständige Entschädigung zu gewährleisten, die auch immaterielle und existenzielle Schäden einschließt.
Nein, die INAIL-Entschädigung stellt eine soziale und versicherungsrechtliche Leistung dar, die den biologischen und vermögensrechtlichen Schaden nur teilweise abdeckt. Das INAIL entschädigt beispielsweise nicht das innere Leid, das psychische Trauma oder den Verlust spezifischer beruflicher Möglichkeiten, die mit der ausgeübten Tätigkeit zusammenhängen. Um diese Posten erstattet zu bekommen, ist es notwendig, gegen den verantwortlichen Arbeitgeber vorzugehen.
Das Recht auf Schadensersatz für den Differenzschaden unterliegt bestimmten Verjährungsfristen, die davon abhängen, ob die Tat auch eine Straftat darstellt, wie z. B. fahrlässige schwere oder sehr schwere Körperverletzung, oder ob es sich ausschließlich um eine zivilrechtliche unerlaubte Handlung handelt. Es ist unerlässlich, unverzüglich tätig zu werden, um Beweise für den Unfallhergang zu sammeln und die Verjährungsfristen korrekt zu unterbrechen.
Die Bewältigung der Folgen eines schweren Arbeitsunfalls erfordert Unterstützung, Fachwissen und eine gezielte Rechtsstrategie. Die Kosten und der Aufwand eines Gerichtsverfahrens hängen von zahlreichen spezifischen Faktoren des Einzelfalls ab und werden während des ersten Beratungsgesprächs stets transparent analysiert. Kontaktieren Sie Avv. Marco Bianucci in seiner Kanzlei in Mailand, in der Via Alberto da Giussano 26, für eine sorgfältige Bewertung Ihrer Situation und um zu erfahren, wie Sie vorgehen können, um die gerechte Entschädigung für den Differenzschaden zu erhalten.